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Schröpfen

 

Das Schröpfen ist über 5000 Jahre alt. Die Schröpfköpfe und die Techniken blieben im Prinzip seither unverändert. Eine gläserne Glocke wird an bestimmten Körperstellen auf die Haut aufgesetzt. Durch Unterdruck im Innern des Schröpfkopfes kommt es an der betreffenden Stelle zu einem Bluterguss. Der hierbei ausgelöste Reiz wird über Bahnen des peripheren und vegetativen Nervensystems sowie deren Schaltstellen weitergeleitet. Die zugehörigen Organe werden von diesen Reizen erreicht und gezielt angesprochen.

Das Schröpfen gehört zur Kernkompetenz der Naturheilkunde, wird aber auch in der Schulmedizin hin und wieder angewandt.

 

Blutegel

 

Egel = griechisch „ Echis“, was soviel wie Schlange bedeutet.

Der medizinische Blutegel (Hirudo medicinalis) gehört zu den blutsaugenden Ringelwürmern und ist, wie sein naher Verwandter „der Regenwurm“ ein Zwitter. Er hat an den Körperenden jeweils einen Saugnapf. Der hintere (größere) dient zum Festhalten, in dem Vorderen befindet sich die Mundhöhle. Betrachtet man ihn genauer, erkennt man eine rotbraune Zeichnung auf seinem Rücken.

In freier Wildbahn findet man den Blutegel nur noch selten. Für die medizinische Verwendung werden die Egel extra gezüchtet.

Der Blutegel kann bis zu 25 Jahre alt werden. Nach einem Biss kann er 2 Jahre ohne Nahrung auskommen. Allerdings ist er nach ca. 3 Monaten wieder saugwillig.

 

Methodik der Blutegel-Therapie

 

Aus  hygienischen Gründen werden Blutegel grundsätzlich nur einmal verwendet.

Der Heilpraktiker sucht die zu behandelnden Stellen aus. Zur Behandlung werden meist mehrere Blutegel benötigt. Mit einem kleinen Glas werden die Egel auf die Haut gesetzt. In der Mundhöhle befinden sich drei Kieferplatten, die wie ein Mercedes Stern angeordnet sind. Auf jeder Kieferplatte befinden sich 80 kleine Kalkzähne, die sich nun fast schmerzfrei in die Haut raspeln. Zwischen den Zähnen münden Ausführungsgänge von Speicheldrüsen. In dem Speichel sind 14 zurzeit bekannte Stoffe mit unterschiedlichen Wirkungsmechanismen enthalten. (z.B. Hirudin, Eglin, Calin, Hyaluronidase u.a.) Diese Stoffe sind:

  • lokal blutgerinnungshemmend
  • lokal antibakteriell
  • lokal durchblutungsfördernd
  • entzündungshemmend
  • lymphstrombeschleunigend

 

Nutzen der Blutegel-Therapie

 

Wegen dieser Eigenschaften werden die Blutegel z.B. eingesetzt bei:

  • Krampfadern (keine kosmetische Besserung)
  • Gelenkverschleiß, besonders Knie und Schulter
  • Sehnenscheidenentzündung
  • Schleimbeutelentzündung
  • Tinnitus (Ohrgeräusche)
  • Starke Muskelverhärtungen
  • Prellungen oder Quetschungen
  • Thrombosen (Blutgerinnsel)

 

Auf keinen Fall dürfen sie verwendet werden bei:

 

  • Blutgerinnungsstörungen
  • Einnahme blutgerinnungshemmender Medikamente
  • schwerer Anämie (Blutarmut)
  • fortgeschrittener Lebererkrankung
  • ausgeprägter Immunschwäche
  • extremen Allergien
  • schweren inneren Erkrankungen

 

Während des Saugvorgangs erhöht sich das Körpergewicht des Egels innerhalb einer halben bis einer Stunde um das zwei- bis dreifache. Je nach Größe des Blutegels saugt er 20-50 ml Blut. Ist er satt, fällt er ab. Nun setzt die Nachblutung ein, bei der in etwa die gleiche Menge Blut fließt wie der Blutegel gesaugt hat. Sie bewirkt eine ca. 12 Stunden dauernde Reinigung der Wunde und sollte nicht gestoppt werden. Dieser kleine Aderlass sollte nur mit einem Schutzverband  versehen werden, da er der wesentliche Bestandteil der Behandlung ist. Die jahrhundertealte Blutegelbehandlung wird von Teilen der Schulmedizin, vor allem aber durch die Naturheilkundigen ausgeübt.

 

Sämtliche Informationen über die Methode sind in keinerlei Hinsicht als Heilungsversprechen sondern nur zur Erläuterung und Information zu sehen. Alle Therapieformen und deren Anwendungsgebiete sind für jeden Patienten individuell und ausschließlich mit uns in einem persönlichen Gespräch zu besprechen. Wir weisen darauf hin, dass die Wirksamkeit des aufgeführten naturheilkundlichen Verfahrens nur zum Teil wissenschaftlich nachgewiesen ist.

 

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